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In der dritten Folge der neuen Radio Tirol Reihe „Stehaufmenschen“ spricht der Prämonstratenser Martin Frank Riederer u.a. auch über seinen Freund den Teddy

Radio Tirol wird in den nächsten Monaten einige neue Akzente setzen. Den Auftakt machte die Sendung „Stehaufmenschen“ mit Marianne Hengl und Rainer Perle im März. Jeden ersten Sonntag im Monat werden Marianne Hengl und Rainer Perle Menschen mit besonderen Herausforderungen als Gast begrüßen.

opraem.5742334Sendungshinweis: „Stehaufmenschen“ Sonntag, 6. Mai 2018, 20.00 Uhr

Radiosendung zum Nachhören:

Martin Riederer ist Prämonstratenser des Stiftes Wilten. Er ist 58 Jahre alt und in Deutschland geboren. Seine Kindheit war durch Krankheit und Verluste geprägt. 

Trotz seines großen Engagements in der Kirche hatte er nie vor Priester zu werden. Ein Gespräch mit seiner Taufpatin hat ihn mit 17 Jahren quasi über Nacht zur Entscheidung bewogen.

Mit 21 Jahren kam Martin zum Theologiestudium nach Innsbruck. Aus den geplanten zwei Semestern wurde ein Leben. Nach Jahren der Mitarbeit in der Pfarre Aldrans wagte er den Schritt ins Stift Wilten. Vorher hatte er noch die Ausbildung zum Krankenhausseelsorger in Berlin absolviert. Bei den Barmherzigen Schwestern an der Kettenbrücke machte er das Pflegepraktikum.

1987 wurde Martin zum Diakon und 1988 (zwei Tage vor dem Papstbesuch in Tirol) zum Priester geweiht. Sein besonderes Augenmerk galt stets den Menschen mit Behinderung. Eine regelmäßige Messe für „sichtbar – und unsichtbar Behinderte“ an der Basilika Wilten zusammen mit Diakon Zipperle gehörte zu den Neu-Einführungen. Integration (Inklusion) bei Ministranten und Jungschar ebenfalls.

Immer wieder machten Phasen der Krankheit Arbeit und Leben schwer.
Nach Wilten waren fünf Jahre Schutzengelkirche mit Pater Norbert Gapp wichtige Erfahrung.
Dort stiftete er mit der Hilfe von Bischof Stecher und der Caritas das Flüchtlingsheim – später Integrationshaus und stand mit am Anfang der Tiroler Arche.

Noch einmal wurde er für ein Jahr als Kooperator an die Basilika berufen, wo er die volle Macht und härte der Presse und die menschliche Begrenzung von Kommunikation – auch und gerade in der Hierarchie erfuhr.

Das Verlassen der Diözese Innsbruck war so gut wie fix, als der Generalvikar ihm die Aufgabe der Krankenhausseelsorge in Zams anvertraute. Die sechs Jahre in Zams sollten die intensivsten und prägendsten werden – die Lawine von Galtür gehörte dazu. Da Martin im Krankenhaus wohnte, war er 24 Stunden zur Verfügung. Zwei Mal in der Woche unterrichtete er noch im Sonderpädagogischen Zentrum in Innsbruck.

Ein personeller Aderlass im Stift veranlasste die Ordensgemeinschaft, ihn zur Rückkehr nach Wilten aufzufordern. Widrige Rahmenbedingungen und Schwächen in der Kommunikation brachten diese Rückkehr zum Scheitern.
Bischof Kothgasser ermöglichte Martin eine Zeit des Studiums am Institute of St. Anselms in Südengland, das er mit dem Abschluss als Gruppentherapeut beendete. Nach der Rückkehr aus England übernahm Martin die Pfarre Lans und wurde dann vom Abt zum Prior und Novizenmeister ins Kloster berufen. Eine schwierige Zeit in der Pfarre St. Norbert brachte Martin an die Grenze des Tragbaren.

Die Übernahme der Pfarre Fließ aus diözesaner Hand schaffte ihm ganz neues und durch die Jahre im Krankenhaus ein vertrautes Feld. Mit Engagement bereitete er die Renovierung der riesigen Barbarakirche vor, die er mit der großen Hilfe der Bevölkerung erfolgreich abschloss.

Dabei raubte ihm eine - nicht erkannte – Borreliose-Infektion nach und nach die Kräfte, so dass er aus eigener Überlegung und in verantwortlicher Weise die Verantwortung für Fließ aus der Hand geben musste.

Pater Martin lebt und wirkt – mit den Auswirkungen seiner Krankheit kämpfend – seit drei Jahren im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams.

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