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Radio Tirol „Stehaufmenschen“ mit Peter Meraner

Bereits in Kindheitstagen, so die Aussage von Peter - legte sich der Keim der späteren Krankheit, des Burn Out in seine Seele. Peter wollte immer perfekt sein, wollte für seinen Vater immer das Beste geben, was jedoch niemals gut genug war.

Aufgrund seines Perfektionismus arbeitet Peter rund um die Uhr, nimmt den Beruf mit nach Hause, kann nicht mehr abschalten. Existenzängste bedrohten ihn, obwohl er wusste, dass sein Arbeitgeber hinter ihm steht und ihn aufgrund seiner Leistungen in der Vergangenheit nicht einfach fallen lässt. Es kommt der Tag, an dem er es nicht mehr aushält …

IMG 4461"Stehaufmenschen" in Radio Tirol am Sonntag, 04.11.2018 - 20:04 Uhr.

Heute sagt Peter, das war sein größter Fehler, sich nicht den körperlichen und seelischen Qualen zu stellen und früh genug die Stop-Taste zu drücken.

Drei Monate Therapieaufenthalt in einer Burn Out Klinik in Bad Aussee folgten. Der durch das Burn Out verkrampfte Körper – von den Zehen bis zum Kopf - kann sich endlich wieder lösen. Doch gesund ist Peter noch lange nicht. Heute sagt er, man braucht genau so lange um gesund zu werden, wie man braucht, um krank zu werden. Nach längerer Zeit gelang es Peter wieder, in das Berufsleben zurückzukehren. Doch aus dieser Rückkehr wurde die endgültige Trennung, Peter sah sich täglich mit seinen Problemen von damals konfrontiert, an denen er erkrankte.

Er verwirklicht seinen Traum, eine Würstelbude in der Markthalle in Innsbruck zu eröffnen. Auch diese wird, wie alles was Peter anfasst, zu Gold und floriert bestens. Doch dann trifft Peter wieder eine folgenschwere Entscheidung, als er die Geschäftsleitung der Markthalle in Innsbruck übernimmt. Er schaut darauf, dass alle ihre Umsätze machen, stellt die Markthalle auf den Kopf, baut um, gliedert um und bleibt wieder selbst auf der Strecke. Es folgt 2014 das zweite Burn Out. Doch diesmal erkennt er die Symptome gleich und lässt sich vom Psychotherapeuten helfen. Das Unterdrücken der Symptome mit Tabletten ist kurzfristig nicht schlecht, doch besser ist es, an den Wurzeln der Erkrankung zu arbeiten und diese zu zerstören.

Heute ist Peter in Frühpension, 5 Jahre eher als geplant, er ist überglücklicher Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Diese Kinder sind das große Geschenk aus Peters erster Ehe. Doch was in dieser Ehe wirklich fehlte, war die Liebe. Diese hat er dann bei seiner Inge gefunden. Wenn Inge nicht gewesen wäre, wäre er nie gesund geworden. Sie war diejenige, an der er sich orientiert hat, hätte sie ihn fallen lassen, dann wäre er komplett zusammengebrochen. Er ist überzeugt davon, dass Inge in dieser Zeit sicherlich gleich viel mitgemacht hat als er. Sie musste ihn erdulden, musste seine Aktivität und Entscheidungsfreude – die dahingestellt sei, mittragen. Sie musste Freunden, Bekannten, der Familie und der Gesellschaft gegenüber klarstellen, was Peter hat, wie es ihm geht, wann er wieder gesund wird.

Peter ist nun vollkommen kuriert, ist komplett mental befreit von allen Problemen, die er früher hatte. Er betätigt sich hobbymäßig als Tischler, geht im Winter geringfügig als Schilehrer arbeiten und das tut ihm gut, besser sogar, als jede Therapie.

Menschen mit der Diagnose Burn Out kann Peter nur raten, der Krankheit eine Chance zu geben, sie anzuerkennen, so früh wie möglich etwas dagegen zu tun, zum Psychotherapeuten zu gehen und sofort mit dem Partner über das mögliche oder kommende Problem offen reden, damit beide auf einer Wellenlänge das Problem angehen. Man dürfe ja nicht den Partner im Ungewissen lassen.

Im Nachhinein betrachtet war sein Leben ein gutes Leben, man darf sich nicht anmaßen, dass man alles geebnet bekommt und man muss immer schätzen, was man hat.