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Marianne Hengl im Gespräch mit Andreas Schiestl in der 7. ONLINE-Serie der Tiroler Tageszeitung „LICHTblicke & WEGweiser“

Am 23. August 1993 veränderte ein Arbeitsunfall die Visionen und das Leben von Andreas Schiestl.
Er fuhr mit einem Unimog die Piste herunter, dieser überschlug sich plötzlich aus ungeklärter Ursache und schleuderte Andi weit hinaus. Diagnose: komplette Querschnittlähmung ab dem elften Brustwirbel. Eine sehr harte Zeit folgte. Während der Rehabilitation in Bad Häring lernte der junge Bursch und Vater von Daniel die Welt von einer anderen Seite kennen. "Das Leben geht weiter, halt a bissal schwieriger, aber es ist alles Einstellungssache." Im Jahre 1994 lernt er seine künftige Ehefrau, die ebenfalls im Rollstuhl sitzende Südtirolerin Ida kennen. Und bald schon kam das nächste Geschenk ...

Als "LICHTblick-Pate" dieser 7. Folge engagiert sich die Diözese Innsbruck und die Landwirtschaftskammer Tirol.

Doch Andreas Schiestl wäre nicht der starke Wettkämpfer gewesen, wenn nicht bald wieder das Positive überhandnahm und es wieder bergauf ging. Während der Rehabilitation in Bad Häring beginnt er mit Rollstuhlsportarten wie Tischtennis, Tennis und Basketball. Anschließend an die Reha lernt er den Monoskilauf und das Handbiken. Im Jahr 1994 lernt er seine künftige Ehefrau, die ebenfalls im Rollstuhl sitzende Luttacherin Ida kennen. Am 9. September 2006 schlossen sie den Bund des Lebens. Gemeinsam startete das Paar den nächsten herausfordernden Part, den Bau eines Einfamilienhauses im Jahr 2010. Eingezogen sind sie gemeinsam 2012. So ganz nebenbei holte er sich den Weltmeistertitel im Super-G und komplettierte den Erfolg mit zwei Silbermedaillen, außerdem holte er im selben Jahr den Gesamtweltcup. Weiteres Edelmetall holte der Zillertaler bei den Paralympics in Nagano und in Salt Lake City. Den Spitzensport hat der Andi inzwischen aufgegeben, er ist aber noch Ausbildner beim Tiroler Skilehrerverband („Schneesport ohne Handicap“) und – über die Bundessportakademie Innsbruck – Instruktor für Behindertenskilauf.

Am Beeindruckendsten für Andi ist immer noch der Kindermonoskikurs. Da kommen Kinder, die teilweise das erste Mal überhaupt den Schnee sehen bzw. berühren, sie sitzen im Rollstuhl und wollen einfach gleich durchstarten. Wir versuchen ihnen spielerisch beizubringen, wie man mit so einem Monoski umgeht. Bei manchen geht es einfacher, bei einigen schwerer. Das hängt sehr viel davon ab, wie sportlich die Kinder sind (oder vor dem Unfall waren) und auch vom Grad der Lähmung. Aber das Fantastischste an der ganzen Sache ist, dass man beobachten kann, wie sich die Kinder innerhalb einer Woche von Tag zu Tag mehr freuen. Es ist nicht nur das Skifahren, es ist das ganze Drumherum, der Bezug zur Natur, sich ohne fremde Hilfe allein im Schnee fortbewegen zu können. Die Kurse hinterlassen bei Andi immer einen sehr starken Eindruck, er hat den Leuten irgendetwas gezeigt, wo sie wieder mehr Selbstbewusstsein kriegen, wo sie sich freuen, wo sie sehen, dass es trotz ihrer Behinderung etwas gibt, dass sie weiterbringt. Die Gruppendynamik und das Zusammensein mit Gleichgesinnten verleiht den Kindern wieder viel Kraft und gibt ihnen Spaß am Leben teilzunehmen.

Am 17. Jänner 2014 bekamen Andi und Ida ihren gemeinsamen Sonnenschein Johannes, was das Dreamteam zum Dreamtrio heranwachsen ließ. Auch Andi`s älterer Sohn Daniel ist ein LICHTblick in seinem Leben.

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