01.02.26 / 20:04 Uhr / Radio Tirol: Antonio La Regina ist Gast von Marianne Hengl und Diana Foidl in ORF Radio Tirol "Stehaufmenschen"

Diana Foidl, Marianne Hengl, Antonio La Regina

Antonio La Regina steht nach der Militärakademie als junger Offizier vor einer vielversprechenden Karriere. Bis zu jenem Tag im Jänner 2015, an dem er bei einem Unfall während einer Skitour beinahe stirbt. Heute steht er als Redner und Mensch vor anderen und zeigt, wie man nach einem Absturz wieder aufsteht. In der Sendung „Stehaufmenschen“ erzählt er davon.

Antonio La Regina wurde 1989 in Trient geboren und wuchs mit vier jüngeren Geschwistern in Südtirol auf. Seine Mutter ist tief in Tirol verwurzelt, sein Vater bringt italienische Leichtigkeit mit. „Diese Mischung hat mich geprägt. Ich war immer ein Brückenbauer zwischen Kulturen“, sagt La Regina.

„Sprache, Bühne, Theater – das alles hat mich früh fasziniert. Gleichzeitig gab es diesen anderen Ruf: Struktur, Disziplin, Verantwortung. Das Bundesheer“, erinnert sich Antonio La Regina.

Militärische Karriere und unerwartete Liebe
Nach dem Grundwehrdienst entschied sich La Regina für die Offizierslaufbahn. Er absolvierte Stationen in der französischen Militärakademie und später in Wiener Neustadt. Die Ausbildung schloss er mit Auszeichnung ab und kam als junger Offizier zur Fallschirmjägerkompanie nach Klagenfurt.

„Mein Leben war klar strukturiert, zielgerichtet. Und dann kam etwas völlig Unerwartetes: Ich verliebte mich. In eine Frau, fast doppelt so alt wie ich“, erzählt La Regina. „Diese Begegnung hat mich innerlich neu ausgerichtet. Ich war frisch verliebt, voller Pläne. Und dann kam der Absturz.“

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Der folgenschwere Unfall
Am 13. Jänner 2015 war La Regina mit zwei Kameraden auf Skitour am Weißseekopf. „Strahlender Sonnenschein, perfekte Bedingungen. Oben habe ich das Leben gespürt, diesen Moment bewusst genossen“, erinnert er sich. „Sekunden später hat sich aus unbekannter Ursache die Bindung eines Skis geöffnet. Ab diesem Moment hatte ich keine Kontrolle mehr.“

La Regina stürzte über Felsen und fiel rund 150 Meter in die Tiefe. „Ich war komplett machtlos. Kein Schmerz, kein Widerstand. Nur ein Gedanke: Das kann es noch nicht gewesen sein“, schildert er. Als er aufschlug, war seine linke Körperhälfte mehrfach gebrochen.

Rettung und Kampf ums Überleben
„Als ich auf der Intensivstation aufwachte, standen meine Eltern an meinem Bett. Ich habe geweint – vor Dankbarkeit“, erzählt er. „Trotz der Schmerzen war da dieses tiefe Gefühl: Das Leben ist nicht vorbei. Es ist nur anders.“

Über ein Jahr war La Regina im Krankenstand, monatelang saß er im Rollstuhl. Und er orientiert sich um. Aus einer Bundesheer-Karriere wurde ein Leben beim Film und auf der Bühne. La Regina arbeitet als Regisseur, Moderator und Speaker. In Vorträgen erzählt er von seinem Absturz, der gleichzeitig ein Aufbruch war: „Es ging mir nie um Mitleid, sondern um Mut“, betont er. „Um die Frage: Wie steht man wieder auf, wenn alles bricht?“

„Ich habe vieles verloren: Beweglichkeit, Karrierepläne, Selbstverständlichkeit. Aber ich habe mehr gewonnen: Tiefe, Dankbarkeit, Perspektive“, resümiert Antonio La Regina. „Heute weiß ich, wie zerbrechlich das Leben ist – und wie wertvoll.“

Dieser Beitrag begleitet die Sendung „Stehaufmenschen“ mit Diana Foidl und Marianne Hengl, Radio Tirol, Sonntag 1. Februar 2026, 20.04 Uhr