Ein Naturerlebnis für alle Menschen

Eine Menschengruppe auf einer Wiese

Die seltene Frauenschuhblüte im Naturpark Tiroler Lech bei Elmen zählt zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen Tirols. Besonders bemerkenswert ist, dass im Frauenschuhgebiet Martinauer Au ein Wegenetz geschaffen wurde, damit Besucherinnen und Besucher die geschützten Orchideen hautnah erleben können – ein Teil davon ist sogar barrierefrei erreichbar.

Am 21. Mai durfte das Team von RollOn Austria gemeinsam mit Obfrau Marianne Hengl dieses wunderbare Gebiet besuchen und die Rollstuhltauglichkeit vor Ort testen. Eingeladen wurde die Gruppe von Wolfgang Köck von der Bergwacht, der mit großer Begeisterung und Herzlichkeit durch das einzigartige Naturgebiet führte.

„Es war für mich eine große Ehre, dieses besondere Naturschauspiel erleben zu dürfen“, erzählt Marianne Hengl. Besonders berührt habe sie, dass bei diesem Projekt nicht nur an Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gedacht wurde, sondern auch an gehörlose und blinde Menschen. Damit werde ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion gesetzt.

Immer wieder zeigt sich, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderungen auch im Freizeit- und Naturbereich mitzudenken und aktiv einzubinden. Genau dadurch entsteht das Gefühl, willkommen zu sein und selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu dürfen. Für viele Betroffene bedeutet das ein großes Stück Lebensqualität, Selbstbestimmung und Freude.

Auch Ing. Andreas Schreieck von der Bezirksforstinspektion Reutte betonte im Rahmen des Besuchs, dass Inklusion noch weitergedacht werden müsse. Er möchte künftig auch mit dem psychosozialen Pflegedienst des Landes Tirol Kontakt aufnehmen, damit ebenso Menschen mit psychischen Erkrankungen die Möglichkeit erhalten, an solchen besonderen Orten Kraft zu schöpfen und Ruhe zu finden.

Die Frauenschuhblüte in Elmen ist damit weit mehr als nur ein Naturerlebnis – sie ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Barrierefreiheit, Achtsamkeit und Menschlichkeit gemeinsam gelebt werden können.